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Editionen


Die Absicht einer inoffiziellen nicht kommerziellen Galerie in der DDR mit dem Ziel, die Kommunikation unter Künstlern zu befördern und Informationen über zeitgenössische Kunst zu geben, wurde bereits ab 1976 zusätzlich zu den Ausstellungsaktivitäten durch die Herausgabe von Grafikmappen ergänzt.

Begonnen wurde mit einer Edition von Künstlerinnen und Künstlern aus Dresden und Berlin (Grafik der DDR I), der vier weitere Mappen von DDR-Künstlerinnen und Künstlern (unter ihnen auch A.R.Penck, Carlfriedrich Claus u.a.) folgten. In jeder Mappe waren jeweils zwischen 15 und 20 Teilnehmer vereint. Es gab keine thematische Vorgabe.

Da erklärtes Ziel der Galerie- und Editionstätigkeit die Kommunikation und Informa-tionsvermittlung, das Knacken bestehender black-boxes war, konnte es nicht bei den Grafikmappen von DDR KünstlerInnen bleiben. 1978 wurden deshalb (wegen großer Teil-nahme) zwei Mappen herausgegeben, die je neun bis zehn ost- und westdeutsche Künstler in einer Mappe vereinte. Darunter u.a. Georg Baselitz, Bernhard Johannes Blume, Ludwig Gosewitz, Antonio Höckelmann, Alfonso Hüppi, Thomas Kaminsky, Dietmar Kirves, Rune Mields, C.O. Paeffgen, A.R.Penck, Aen Sauerborn, Tomas Schmit, Klaus Steinmann, Günter Uecker.


Grafikmappe DDR I-V,
1975-1980
Abb: Grafik der DDR IV


"Ost-
West-Mappe" I, 1978


"Ost-West-Mappe" II, 1978

Aus praktischen – im Charakter der Galerie und ihrem subversiven Status in der DDR begründeten – Erwägungen besitzen sämtliche Mappen ein einheitliches Format (32 x 29 cm). Die Einbände sind in buchbinderischer Verarbeitung sog. Hardcover-Einbände. Die Blätter (im Format 30 x 27 cm) wurden von den Künstlern in der verabredeten Auflage (zwischen 40 und 50 Stück) beigebracht, wofür sie je zwei Mappen als „Bezahlung“ erhielten. Möglich waren alle Techniken: Radierung, Holz- oder Linol-schnitt, Lithografie, Siebdruck, Zeichnung, Frottage, Offset.  Der Text des Herausge-bers sowie die biografischen Angaben zu den einzelnen Teilnehmern wurden – ebenfalls in Untergrund- bzw. Samsidat-Manier - im Lichtpausverfahren im gleichen Format wie die Blätter, vervielfältigt

Diese Mappen sind wegen der besonderen Form der Distribution nicht mehr vorrätig. Sie tauchen gelegentlich in Auktionen auf, wo sie meist um 500 bis 750 € (DDR-Grafik I-V) bzw. bis zu 1500 € (die sog. Ost-West-Mappen) ausgezeichnet und häufig zum doppelten, in einzelnen Fällen dreifachen Preis ersteigert werden.

Noch vorrätig:  je 3 Exemplare der Editionen Grafik der DDR IV und V.  Preis: 500 bzw. 750 € (Siehe unter Bestellungen)

Nicht nur auf Grund der Profession als Psychologe und Soziologe, sondern auch aus meiner persönlichen Vorstellung von Kunst als Instrument zur gesellschaftlichen Sensi-bilisierung – vielleicht sogar Veränderung, auf jeden Fall des Bewusstseins – besaßen bereits die Ausstellungen häufig eine gesellschaftliche Relevanz. Erst recht schien mir dies nach einigen Editionen für diese erforderlich.

Ein bedrückendes Erlebnis: absterbende Tannenwälder im Erzgebirge, gab ein Thema vor, das in der DDR ebenso unter den Tisch gekehrt wurde wie die verfallenden Städte und Dörfer: unsere Umwelt. Anlass für mich, bereits 1978 einen – sehr einseitigen - Briefwechsel mit dem Ministerium für Umweltschutz und Wasserwirtschaft der DDR zu beginnen, in dem eine verstärkte Ausweisung von Naturschutzgebieten bzw. Natur-parks gefordert wurde.

So wurde u. a. der Vorschlag gemacht, die gesamte Insel Rügen am Rügendamm für den privaten Kfz-Verkehr zu schließen, ihn nur ausschließlich für die notwendige Be-rufsausübung der Inselbewohner zu gestatten. Ein Vorschlag, heute noch utopischer als vor 30 Jahren, aber umso dringender.


Lutz Rudolph, 1978


Christian Borchert, 1978

1979 wurde von mir eine Gemeinschaftsarbeit (Architekten, Bildende Künstler, Fotografen, Filmemacher) angeregt, in der Vorschläge zur Sanierung des Prenzlauer Berges unter besonderer Berücksichtigung der Altbausubstanz und der spezifischen Bevölkerungsstruktur erar-beitet werden sollten. Es war beabsichtigt, diese Mappen den Ent-scheidungsträgern in Politik und Partei zukommen zu lassen, sie als Appell notwendiger Veränderungen zu betrachten. So war u. a. ein Vorschlag, die 1910 erbauten Gasometer bei Erhalt der originalen Fassade zu Parkhäusern umzufunktionieren. Sie wurden 1980 ge-sprengt!

Das es zu dieser Edition nicht kam, ist u. a. der Angst vor Repres-salien der meisten hierfür als Teilnehmer Angesprochenen anzulas-ten. Es galt also jenen Schritt zurück zu gehen, der mögliche Teil-nehmer an meinen Editionen nicht existentiell verschreckte und / oder die Editionen zu internationalisieren. Übrig blieben lediglich zwei Postkarten des Designers Lutz Rudolph, eine gespritzte Schablone des Wasserturms im Prenzlauer Berg und einer der zwei 1910 erbau-ten Gasometer des Fotografen Christian Borchert.

Im gleichen Jahr (1979) wurden deshalb zwei Mappen vorbereitet, die – im Gegensatz zur urbanen Problematik der (leider) nicht realisierten Edition zum Prenzlauer Berg – ausschließlich der Thematik von Landschaft bzw. Umwelt vorbehalten waren. Sie wurden (zusammen mit der Mappe: »Achtung Aufnahme. Video-Performance Wolf Kahlen und A.R. Penck«) 1980 fertig gestellt und herausgegeben.

Während die eine Mappe unter dem Titel »Muttererde unterm Hammer« sieben Lyrikerinnen und Lyriker  der DDR vereinte, erhielt die andere Mappe den symp-tomatischen Titel »Landschaft 1980«. Nahezu alle angeschriebenen Künstlerinnen und Künstler ermöglichten ihre Teilnahme, so dass die Edition zum Schluss Einsendungen von 34 Künstlerinnen und Künstler aus 15 Ländern (Frankreich, Rumänien, Schweden, Chile, Tschechoslowakei, Belgien, Finnland, Bundesrepublik Deutschland, Dänemark, DDR, USA, Holland, Argentinien und England) vereinte.

In verschiedenen Ausstellungen wurden sowohl Blätter aus der Edition "Muttererde unterm Hammer" als auch  "Landschaft 1980" gezeigt.

Ihre kritische Brisanz und ihre künstlerische Qualität besitzen diese Blätter auch und vielleicht gerade heute noch! Für kleinere Studio-Ausstellungen sind alle Blätter bereits gerahmt.

Dazu ergänzende Literatur:

Katalog und Taschenbuch zur Ausstellung das Sisyphos-Syndrom. Hommage für Joseph Beuys, 1995. Format 20 x 14 cm, zus. ca. 300 S., 145 Abb.

Ausstellungskatalog Landschaft. Format 22 x 14 cm, 42 S., 45 Abb. Deskriptive Biografie zu 20 Künstler-Innen. Essay über Landschaft heute.

In der Bundesrepublik wurde die Editionstätigkeit in veränderter und stark gebremster Form fortgeführt, zuerst durch die Postkartenedition Solidarnosc, danach durch die Edition im kleinen Format: Serien zeitgenössischer Kunst im Postkarten Format  (Postkartenbox), später durch die Editionen von Franz Erhard Walther.



Zu den Editionen

Einzelblätter Muttererde Landschaft 1980 Einzelblätter

Muttererde

Landschaft
Winkler - Penck MailArt Solidarnosc Winkler / Penck

MailART

Solidarnosc
Kirves Videoperformance Penck/Kahlen Walther Kirves

Penck / Kahlen

Walther






















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