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Die Möglichkeit, meine sog. Stasi-Akte einzusehen, brachte Unsägliches über die Machenschaften des MfS (Ministerium für Staatssicherheit der DDR) - dem „Schild und Schwert“ der Staatspartei (SED) der DDR - zutage: 18 Bände = 8000 Blatt Unterlagen. Dokument des vergeblichen Versuchs, eine auf der Leidenschaft zur Kunst gründende Privatgalerie zu „bearbeiten“, zu „zersetzen“ und zu „liquidieren“. (Siehe auch:
Die Gegenwart der Vergangenheit) < Die eher stolpernden Versuche, Deutschen mit einer jeweils extrem unterschiedlichen ideologischen Sozialisation eine gemeinsame Identität anzupassen, erwies sich mehr und mehr als eine Generationenaufgabe. Dabei wurde immer deutlicher, wie wenig der eine vom anderen wusste - oder wissen wollte. Die eigene Identität war so etwas wie das eigene Hemd, das einen immer noch näher war, als die Jacke des anderen. Missverständnisse waren so vorprogrammiert, die sich nun in den Zeiten der Krise zu tiefen Schluchten öffneten - ganz abgesehen davon, das die Nach-Mauer-Geborenen nun fast von Nichts mehr eine Ahnung hatten, was ihre Elterngeneration vielleicht in die eine oder andere Richtung denken ließ.

Dieser Hintergrund bewog mich, meine Akte als „Fallbeispiel“ für das DDR-typische Phänomen der Kunst als Feindbild, zu betrachten und vergleichsweise zügig zu publizieren. Die dafür geeignete Form sowohl hinsichtlich Kosten als auch Distribution schien mir eine Zeitung im üblichen Zeitungsformat.

Wie mir u. a. von Karlheinz Schmid, Herausgeber der KUNSTZEITUNG bestätigt wurde, war das Produkt journalistisch einwandfrei, auch Form und Anordnung der Abbildungen war nicht zu beanstanden. Trotzdem war der Flop vorprogrammiert, da sich der gesamte Inhalt um nur einen Sachverhalt drehte und somit den Gepflogenheiten einer Zeitung mit einer Vielzahl von Themen in keiner Weise entsprach. 

Trotz der Gliederung in 12 Blatt, der Untergliederung in zwei Kommentare und des Hauptteils in 13 Unterartikel mit insgesamt 53 Abbildungen unterschiedlicher Größe sowie zwei Werbekolumnen schien das Produkt ein verlegerischer „Ausrutscher“. Wenngleich in vielen Publikationen zum Thema zitiert, mutierte die Zeitung lediglich zum preiswerten Sammlerobjekt - als eine ungewöhnliche Form der Wissensvermittlung jenseits der üblichen Kataloge und Bücher.

In einem Anfall von Enttäuschung habe ich den größten Teil der Auflage von 2000 Exemplaren bei einem erforderlichen Umzug vernichtet, so dass nur noch ca. 100 Exemplare vorhanden sind, die zum Preis von 2,50 abgegeben werden.

Betrachte ich heute - aus dem Abstand von 10 Jahren - das Produkt, bin ich nach wie vor von der Aktualität überrascht. Und wegen der ungewöhnlichen Form, würde ich es zu diesem Preis ebenfalls als Sammlerobjekt betrachten und - wenn ich es nicht schon besitzen würde - sofort kaufen.

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